Taiko Audio OLYMPUS SERVER XDMI + OLYMPUS I/O XDMI

26.06.2025

Taiko Audio wurde von Emile Bloks gegründet, der seinen ersten Lautsprecher im Alter von zwölf Jahren baute. 2008 entwarf und fertigte er seine ersten Audioprodukte. Heute bietet die Firma vor allem einen Server/Transport für Audiodateien namens Olympus an. Er ist eines der fortschrittlichsten und teuersten Produkte dieser Art weltweit.

Sowjetische Kosmonauten sind nie auf dem Mond gelandet. Sie hatten es vor, aber es klappte nicht. Die einzigen Menschen, die über die Oberfläche des Erdtrabanten gingen, waren Amerikaner. Trotzdem stand meine Kindheit im Zeichen des Kults um eben die Kosmonauten, jene „Flieger des Vakuums“, der Erinnerung an den Flug des ersten und bis heute einzigen Polen im All, Mirosław Hermaszewski (Mission Sojus 30, 1978), und schließlich des Kults um Spielzeug, das mit dem Raum zu tun hatte, durch den die Erde wie ein gewaltiges Raumschiff rast.

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Polen war damals unfreiwillig Teil des Ostblocks, deshalb bildete den Horizont meiner Vorstellungskraft einerseits die Sprache der offiziellen „Organe“ wie Radio, Fernsehen und Presse und andererseits die, die ich zu Hause hörte. Die erste lehrte mich, dass der „Kosmonaut“ „unser“ Gesandter ins All ist und dass er der wichtigste ist – gemeint war: der einzige. Die zweite flüsterte mir eine alternative Sicht ein, in der auch die Amerikaner ihre Gesandten haben, die sie „Astronauten“ nennen. Bestätigt wurde sie durch ein Foto einer der Apollo-Missionen, das das amerikanische Konsulat in Krakau verteilte und das meine Eltern ganz unten im Schrank versteckten. Weil es versteckt war, sah ich es mir oft an.

Meine auf dieser Grundlage gebaute Vorstellungswelt erhielt eine besondere Ergänzung in Form eines greifbaren Gegenstands. Als ich eines Morgens die Augen öffnete, stellte sich heraus, dass mein Vater von einem Arbeitseinsatz in der DDR zurückgekehrt war und mir ein Geschenk mitgebracht hatte – einen Lunochod (russ. Луноход). Von den vier in der UdSSR gebauten Versionen dieses Mondfahrzeugs erreichten nur zwei den Mond. Ich versuche mich zu erinnern, wie er aussah, aber es gelingt mir nicht. Er hatte Gummiketten, war also kein Spielzeug aus der Sowjetunion. Bestens erinnere ich mich dagegen an die Aufregung und die Emotionen, die mir damals fast das Gehirn verbrannten.

Damals wussten wir noch nicht, dass sich den Astronauten und Kosmonauten später Vertreter anderer Nationen mit Ambitionen zur Erforschung des Alls anschließen würden. Die wichtigsten von ihnen wurden die Vertreter der Volksrepublik China, die Taikonauten. Auch ihr Rover landete auf dem Mond, und zwar auf der Rückseite unseres Trabanten (es war der Rover Yutu, chin. 玉兔, „Jadehase“). Was mich an einen Witz über die Sowjets und ihre Raketen erinnert, die sie Richtung Mond schossen. Aber das ist ein Thema für ein andermal …

Zumal der Name Taiko Audio einen anderen Ursprung hat. Mich wird er zwar immer an den Weltraum erinnern, seit ich die Produkte der Firma in der japanischen Vierteljahreszeitschrift „Stereo Sound“ gesehen habe, doch für den Rest der Welt bedeutet „Taiko“ eher „Trommel“ (jap. 太鼓) – ein japanisches Schlaginstrument. Es gab den Rhythmus für Aufführungen wie Nō, Kyōgen und Kabuki vor und beeinflusste deren Entwicklung erheblich. Die Trommel ist also das, was den Rhythmus bestimmt, ein Muster schafft, auf das man weitere Schichten legen kann.

Taiko Audio

Einer Firma einen fremdsprachigen Namen zu geben, ist völlig natürlich. In Polen ist das fast ausnahmslos Englisch: Orange, 11 Bit Studios, Arctic Paper. Betrachtet man die Namen von Audiofirmen in unserem Kulturkreis, kann man sagen, dass es bei anderen ebenso ist: Avantgarde Acoustics, Circle Labs, Gold Note oder Pro-Ject. Ab und zu begegnen einem Namen mit Bezug zum Lateinischen, etwa Audio-Technica und Ferrum Audio. Das ist natürlich und durch Erfahrung voll legitimiert – solche Firmen schöpfen aus der Lingua franca ihrer Zeit.

Englische Namen haben viele asiatische Firmen übernommen, etwa japanische. Fälle in umgekehrter Richtung sind jedoch äußerst selten. Erinnern wir in diesem Zusammenhang an Koda, deren Logo aus japanischen Schriftzeichen besteht, oder an Kiseki, dessen Name auf Japanisch „Wunder“ bedeutet. Taiko Audio fällt also schon durch seinen Namen auf, der uns ins All schickt.

Gegründet wurde die Firma vom niederländischen IT-Ingenieur Emile Bloks; ihr Sitz ist Oldenzaal, eine kleine Stadt mit 32.000 Einwohnern im Osten der Niederlande. 2008 war ihr erstes Produkt fertig. Anfangs konzentrierte sie sich auf Produkte, die Vibrationen eliminieren und Störgeräusche in Audiosystemen verringern. Die damals gesammelte Erfahrung kam zugute, als 2015 nach vielen Jahren des Ausprobierens ihr erster Musikserver (Transport mit Festplatte) fertig war, das Modell SGM 2015. Er wurde zur Plattform, auf der einige Jahre später ein noch fortschrittlicheres Gerät entstand, der SGM Extreme.

Dieses Gerät zeigte, wie weit man gehen kann, damit Dateien auf Augenhöhe mit Analog behandelt werden. Und es zeigte allen, für die „Bit ist Bit“ gilt, dass sie im Unrecht sind. Verwendet wurde ein doppelter Intel-Xeon-Prozessor mit Roon und einem modifizierten Windows 10, verbunden mit zwölf DIMM-Speichermodulen à 4 GB. Der Prozessor wurde passiv mit Kühlflüssigkeit gekühlt. Der nächste Schritt war der Ersatz des Standard-USB-Ausgangs durch eine eigene Lösung, die sich laut damaliger Aussage des Herstellers durch sehr geringe Latenz und niedrigen Rauschpegel auszeichnete.

Ganze vier Jahre dauerte die Entwicklung eines völlig neuen Geräts, das auf den Ideen aus der Entwicklung der Extreme-Plattform aufbaut, deren Umsetzung aber noch weiter treibt. Das Ergebnis ist der Olympus. Er kann als Musikserver, als Datei-Transport und nach Einbau einer entsprechenden D/A-Wandler-Karte als kompletter Dateiplayer arbeiten. Zusammen mit ihm wurde die Schnittstelle Olympus I/O vorgestellt, mit der man einen vorhandenen Extreme-Server modernisieren oder den Klang des Olympus noch weiter verbessern kann. Genau dieses System testen wir.

Olympus – Server & I/O

Taiko Audio zitiert den Firmengründer:

Wir präsentieren den Höhepunkt von fast 4 Jahren Forschung und Entwicklung. Als echter IT-/Technik-Nerd mit einer Leidenschaft für Musik hat mich das Potenzial modernster Technologien für ein besseres Musikwiedergabe-Erlebnis immer fasziniert. Das führte unter anderem vor 5 Jahren zu unserem beliebten, vielleicht sogar revolutionären Musikserver Extreme, den wir während seines gesamten Lebenszyklus ständig verbessert und mit neuen Technologien aktualisiert haben. Heute können wir, glaube ich, mit Fug und Recht sagen, dass dieser Server auch gegen neue Serverversionen anderer Firmen seinesgleichen sucht, und wir sind entschlossen, ihn in den kommenden Jahren weiter zu verbessern.

Um den Extreme so aktuell wie möglich zu halten, bringen wir ein zweites Produkt namens Olympus I/O auf den Markt. Es ist ein externes Upgrade für den Extreme, das einen erheblichen Teil der Olympus-Technologie enthält und ihn nahe an das Niveau des Olympus heranbringt, wenn auch nicht ganz. Der Olympus I/O lässt sich sogar zum Olympus selbst hinzufügen, um dessen Qualität weiter zu steigern, wenn auch nicht so dramatisch wie beim Extreme. Betrachten wir es als das sprichwörtliche „Sahnehäubchen“.

nach: → www.WHATSBESTFORUM.com, abgerufen am 14.01.2025.

Funktionen. Funktional ist dieses mächtige, 85 Kilogramm (60 + 25) schwere Gerät mit den Maßen 480 x 480 x 304 mm (Olympus – 190 mm + I/O – 105 mm) schlicht ein Musikserver. Also ein Transport für Audiodateien mit internem Speicher. Eigentlich aber ein kompletter Dateiplayer, denn im Lieferumfang ist eine Karte mit D/A-Wandler enthalten, auch wenn sie eine Zugabe ist. Wirft man jedoch einen Blick in die 89-seitige Bedienungsanleitung, zerfällt dieses einfache Bild in unzählige kleine Teile, die man neu zusammensetzen muss.

Zunächst die Grundlagen. Der Olympus kann PCM-Signale bis 32 Bit und 768 kHz sowie DSD bis DSD512 auf der internen Festplatte speichern oder aus dem Netzwerk streamen. Intern lässt sich Speicher von 4 bis 60 (!) TB verbauen. Das Signal wird einem optischen SFP-Eingang (Small Form-factor Pluggable) zugeführt; mitgeliefert wird auch ein Adapter auf eine elektrische Ethernet-Buchse. Ausgegeben wird das Signal entweder über analoge oder digitale Anschlüsse. Die Firma arbeitet zudem an einer Lautstärkeregelung, mit der sich das Gerät direkt an eine Endstufe anschließen lassen soll.

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Der Olympus ist ein modulares Gerät (die Firma verwendet die Namen Olympus und Olympus Server) und kann daher mit verschiedenen Ausgangskarten arbeiten – digitalen und einer analogen. Er lässt sich auch um ein externes Gerät erweitern, den Olympus I/O, eine Schnittstelle mit Digitalausgang. Der Server wird ab Werk mit einer Digitalkarte mit USB-Ausgang, einer Ersatzkarte mit AES/EBU- und RCA-Ausgängen (S/PDIF) sowie einer Karte mit D/A-Wandler verkauft. Optional gibt es eine von drei Verbindungen zu D/A-Wandler-Herstellern: Aries Cerat (USB), MBS (optisch) und LampizatOra. Letztere wird über eine 4-polige XLR-Buchse mit dem Olympus verbunden. In der Bedienungsanleitung des Servers ist im Abschnitt zur LampizatOra-Karte von einer Kabeloption einer weiteren polnischen Firma, KBL Sound, die Rede.

Das erwähnte I/O-Modul lässt sich nur mit einem AES/EBU-Ausgang oder einem D/A-Wandler bestücken. Die Firma hält USB für eine Schwachstelle im System und empfiehlt den AES/EBU-Ausgang. Das Modul kostet über 100.000 Złoty, ist also ein wirklich teures Zubehör. Und doch … Ich habe die Geräte nicht getrennt gehört. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass Profis dieses Kalibers uns nichts „andrehen“ wollen. Es ist „nur“ ein Ausgangsmodul, das mit dem Hauptgerät über zwei QSFP-DD-Kabel (Quad Small Form Factor Pluggable Double-Density) verbunden ist, aber eines, in dem die Platine, die das Digitalsignal erzeugt, von einem eigenen Netzteil versorgt wird.

Technik. Das Gerät ist eigentlich ein spezialisierter Computer mit einem 24-Kern-Prozessor von AMD (100,8 GHz) und 64 GB Arbeitsspeicher. Der Prozessor arbeitet mit einer speziell für Taiko Audio geschriebenen Software, die von fast allen anderen Funktionen befreit wurde. Darüber sprach schon vor vielen Jahren Marcin Ostapowicz von JPLAY: Je mehr Aufgaben der Prozessor erledigt, die nichts mit der Wiedergabe zu tun haben, desto mehr Störgeräusche erzeugt er. Und Rauschen ist der größte Feind des Digitalen (bei analogen Geräten sieht das etwas anders aus).

Der Prozessor wird passiv mit Kühlflüssigkeit gekühlt. Diese fließt durch Kupferrohre, und die Wärme wird über große Kühlkörper abgegeben. Kupfer gibt es im Inneren ohnehin reichlich. Das mächtige Gehäuse wird aus einem 72 kg schweren Aluminiumblock gefräst, und Kupfer dient als Kühlkörper und Abschirmung in den einzelnen Modulen.

Eine der wichtigsten Entwicklungen von Taiko Audio gegen diese Art von Verzerrungen ist das System namens XDMI. Es ist eine recht komplexe Lösung, die den Weg der Daten und anschließend des Audiosignals so kurz wie möglich machen soll. Sie soll die Latenz gegenüber einer klassischen USB-Verbindung um das 250- bis 2000-Fache senken. XDMI funktioniert ähnlich wie USB-Audio. XDMI ersetzt den USB-Treiber, den USB-Controller bzw. die USB-Karte, das USB-Kabel und den USB-Empfänger. Es ist ein modulares System aus 4 Hauptteilen:

  • Software.
  • Hauptplatine mit dem Kern des Systems.
  • Tochterplatinen, die die Schnittstelle zum D/A-Wandler oder Vorverstärker bilden.
  • „Transparentes“ QSFP-Verbindungssystem, mit dem Hauptplatine und Erweiterungskarte in einem externen Gehäuse untergebracht werden können.

Zitieren wir die Erklärung eines Teilnehmers des Audiophilestyle-Forums:

Hardwareseitig ist es einfach eine PCIe-Karte, die mit dem Prozessor verbunden wird; im Olympus-Server steckt sie in einem PCIe-Steckplatz auf dem Mainboard. Im Olympus-I/O-Modul wird sie an eine sehr ausgeklügelte, technisch fortschrittliche PCIe-Verlängerung angeschlossen. Das andere Ende dieser PCIe-Verlängerung steckt in einem PCIe-Steckplatz im Computer – Taiko Extreme oder Olympus. Hardwareseitig (physisch) kann man sich das ähnlich vorstellen wie PCIe-Karten von JCAT, PinkFaun, SOTM usw.

Ab hier wird es kompliziert. Die Karte ist über die PCIe-Lanes im Computer direkt mit dem Prozessor verbunden. Der Musikplayer (in diesem Fall Roon oder XDMS) schickt die Daten direkt an die Karte. Stark vereinfacht kann man sich das als Musiksoftware → CPU → XDMI vorstellen. Dafür ist ein eigener Treiber nötig, den Taiko für Windows geschrieben hat. Die Karte empfängt also alle Bits, die die in Echtzeit wiedergegebene Musik enthalten.

nach: → AUDIOPHILESTYLE.com, abgerufen am 14.01.2025.

Der neue Transport von Taiko Audio unterscheidet sich vom Vorgänger nicht nur durch Prozessor, Speicher und mechanische Konstruktion, sondern auch durch die Stromversorgung. Das Gerät wird vollständig aus internen Lithium-Akkus gespeist; deren Einfluss auf den Klang bezeichnet die Firma als „magisch“. Das System heißt BPS (Battery Power Supply) und wird von drei Netzteilen geladen – einem großen, komplexen und zwei kleineren. Im Server gibt es zwei unabhängige Netzteilgruppen, im I/O zwei weitere – und das ist einer der Gründe, warum dieser eine wertvolle Ergänzung des Systems sein kann.

Die Stromversorgung gehört zu den wichtigsten Elementen des Olympus und wird von einem computergesteuerten System kontrolliert – auch dieses hat einen eigenen Namen, BMS (Battery Management System). Man kann manuelles Laden einstellen, am besten funktioniert es aber mit der Einstellung „Auto“, also nachts zwischen Mitternacht und sieben Uhr morgens. Selbst dann wird das Gerät nur aus den Zellen gespeist. All das soll das Rauschen verringern.

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Obwohl wir von Akkuversorgung sprechen, also unabhängig vom Stromnetz, finden sich in der Anleitung Empfehlungen zu Netzkabeln. Wie wir lesen, beeinflussen sie den Klang. Das ergibt Sinn, und ich habe es bei Plattenspielertests oft erwähnt. Ein Netzkabel wirkt wie eine Antenne und bringt Störungen ins System. Je besser es ist, desto weniger solcher Probleme.

Beide Geräte stehen auf Füßen aus Acryl. Die Füße sitzen in einer Vertiefung mit M6-Gewinde (6 mm), der Durchmesser der Aussparung beträgt 90 mm. Sie lassen sich also leicht gegen beliebige andere Antivibrationsfüße tauschen.

Die Wiedergabe steuern wir über Roon – kein anderes Steuerprogramm ist mit dem Olympus kompatibel. Die Firma arbeitet an einer eigenen XDMI-App, die aber noch nicht fertig ist. Separat muss man die Taiko BMS App herunterladen, mit der man den Ladezustand der Akkus überwacht. Der Hersteller versichert, dass das Gerät nach nur anderthalb Stunden Laden zehn Stunden spielt.

Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das Gerät am besten klingt, wenn die Akkus gut geladen sind. Zwar könnte das ganze Gerät mit einem einzigen Akku laufen, doch bei schnell wechselnder Stromaufnahme, mit der wir es hier zu tun haben, spielt die Quellimpedanz und ihr zeitliches Verhalten eine große Rolle. Was zeigt, wie unglaublich transparent der Olympus ist.

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Ich habe noch nie ein so fortschrittliches Audiogerät gesehen. Vielleicht ließen sich nur die Produkte einer anderen Firma, der dänischen Aavik, mit ihm in eine Reihe stellen. Sie basieren jedoch auf ganz anderen Techniken.

Hörtest

Wie wir gehört haben. Der Musikserver Taiko Audio Olympus stand auf dem Rack Finite Elemente Pagode Edition Mk II. Da nebeneinander kein Platz war, stellten wir die Module Server und I/O übereinander. Sein Klang wurde mit dem SACD-Player Ayon Audio CD-35 HF Edition verglichen. Während des Tests hörte ich sowohl Dateien vom NAS Lumin L2 als auch von Tidal und Qobuz über das im Server installierte Roon. Als DAC diente der Wandler im Ayon – so war der Transport die einzige Variable: SACD oder Datei. Das Signal lief über das AES/EBU-Kabel Stage III Concepts Chimæra.

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Mit dem Router war der Player über mein System aus dem doppelten LAN-Switch Silent Angel N16 LPS verbunden, dessen zwei Module in Reihe geschaltet sind und das über ein Kabel Tiglon TPL-2000A versorgt wird. Das Signal vom Switch zu beiden Playern führte ein LAN-Kabel Quadrant Triple-C mit Filtern RLI-1GB Triple-C an beiden Enden. Das Server-Modul wurde über das Kabel Harmonix X-DC350M2R Improved-Version versorgt, das I/O über ein Acrolink 8N-PC8100 Performante Nero Edizione (Nr. 1/15).

Im Test verwendete Aufnahmen | Auswahl

  • FRANK SINATRA, Nice’N’Easy, Qobuz 24/44,1
  • JOHN COLTRANE, Blue Train, FLAC 24/192
  • THE BEATLES, Abbey Road
  • DOMINIC MILLER, Meeting Point, Tidal, FLAC 16/44,1
  • SHELBY LYNNE, Just A Little Lovin’, The Look Of Love FLAC 16/44,1
  • ARCHIE SHEPP & HORACE PARLAN, Trouble in Mind, FLAC 16/44,1
  • THE MILLS BROTHERS, Lulu’s Back in Town (Original Recordings 1934-1935), Qobuz, FLAC 16/44,1
  • COUNT BASIE & MILLS BROTHERS, The Board of Directors, Qobuz, FLAC 16/44,1 (1968/?)
  • ICE CUBE, Man Down, Tidal, FLAC 16/44,1 (2024)
  • LEONARD COHEN, You Want It Darker, Tidal, FLAC 24/44,1

Ich war gespannt, wie das klingen würde – oh, wie gespannt ich war! Ich hatte schon oft Gelegenheit, Musik über den Extreme auf den Messen in München zu hören, aber Messesituationen sind speziell. Man hört dort ein System in einem Raum mit unbekannter Musik in unbekannten Versionen, mit vielen Menschen um sich herum, mit Geräuschen hinter der Wand und ständig aufgehenden Türen. Ich beklage mich nicht, darum geht es nicht. Ich sage nur, dass ich den Taiko-Audio-Transport zwar gehört hatte, es aber so war, als hätte ich ihn nie zuvor gehört.

Und tatsächlich – all meine Vorstellungen von diesem Gerät, ob aus früheren Erfahrungen, aus der Lektüre von Tests und Beschreibungen oder aus Gesprächen mit anderen Freunden guten Klangs, hatten mich nicht auf das vorbereitet, was ich bei mir zu Hause hörte. Nicht einmal annähernd. Denn, meine Damen und Herren, so etwas hatte ich noch nie gehört.

Als Frank Sinatra die letzte Zeile von That Old Feeling sang, als er in seiner Perfektion das „t“ im Wort „heart“ hielt, das die Phrase „For that old feeling, is still in my heart“ beschließt, als er bei 1:42 am Ende des Wortes „burning“ leicht ausatmet, klang das, als säße ich im Regieraum und beobachtete die Aufnahme durch die Scheibe. Mit anderen Worten, es war unglaublich natürlich und unmechanisch. Ähnlich war es gleich danach mit Blue Train von John Coltrane: Als im Intro bei 0:36 im rechten Kanal die Snare einsetzt und ein langsames „Tam-Tam“ schlägt, hörte ich ein echtes Instrument und nicht seine Reproduktion.

Damit das klar ist – ich übertreibe, und zwar gewaltig. Aber das ist die in unserer Branche übliche Hyperbel, die mehr sagt als nur: „Heilige Sch…!“ Wenn wir nämlich sagen, etwas klinge „wie live“, meinen wir nicht, ganz und gar nicht, einen Klang „wie live“, sondern die Emotionen, die wir dabei empfinden. Und die können genau so sein, als säßen wir vor einem realen Künstler. Der Klang wird durch Aufnahme, Medium und Wiedergabe unwiderruflich verändert – so war es, ist es und wird es sein. Aber genau das ist Kunst: die Kunst, alle Komponenten des Klangs so zu ordnen, dass wir es ähnlich empfinden wie Menschen, die – zum Beispiel – im Capitol Studio A mit Sinatra und seinem Orchester sitzen.

Ich erinnere mich, dass ich einen ähnlichen Eindruck – das sofortige Verstehen, dass in meinem System etwas Außergewöhnliches passiert – im Leben nur wenige Male hatte. Am besten erinnere ich mich daran beim Hören des Plattenspielers TechDAS Air Force One. Ja, genau so habe ich es in Erinnerung. Als eine Art innere Gewissheit, etwas SPEKTAKULÄRES zu hören. Ich habe Großbuchstaben verwendet – im Druck wären es Versalien –, weil der Olympus sie verdient. Neben dem Erlebnis mit dem japanischen Plattenspieler und meinem SACD-Player mit Top-Master-CD-Rs war es das emotionalste Erlebnis meines Lebens.

Deshalb erwies sich das Musikhören auf die Art, die ich vor Jahren kodifiziert und später nur ergänzt habe – mit vielen Wiederholungen und im Vergleich mit meinem eigenen System und meinen Quellen –, beim Olympus als wenig befriedigend. Ich zog es einfach vor, durch Tidal und Qobuz zu surfen und Stücke aufzurufen, die ich oft höre und mag. Nach einer Weile verstand ich, dass dies ein besserer Weg ist, zu verstehen, was dieses Gerät ist und was nicht. Und stärker zu würdigen, was dem Konstrukteur damit gelungen ist.

Den Plattenspieler habe ich eben aus zwei Gründen erwähnt. Den einen nannte ich schon: die Wiederholung der Aufregung und Überraschung, die diese Maschine beim Abspielen von Platten brachte, die ich – wie ich glaubte – in- und auswendig kannte. Der zweite Grund war anderer Natur und reichte tiefer. Ich hörte damals Dinge, die meine Wahrnehmung reproduzierten Klangs definiert haben. Ähnlich erging es mir später nur noch einmal, mit dem SACD-Player Ayon Audio CD-35 HF Edition und in hohem Maße auch mit den Kabeln Siltech Triple Crown und kürzlich Master Crown.

Beide Erfahrungen waren spektakulär, unterschieden sich aber deutlich. Denn, ich erinnere daran, Aufnahme und Wiedergabe von Klang gehören zur Kunst. Und die ist kein Abbild der Wirklichkeit, sondern unserer Vorstellungen von ihr. Sie unterschieden sich in der Referenz, auf die sie sich bezogen, und damit in der Vision der „Welten“, die sie schufen. Der TechDAS klang wie … ein Spitzenplattenspieler, der beste, der bis dahin bei mir gespielt hatte. Der Ayon dagegen klang wie ein Masterband. Beide Bezugspunkte sind analog und unterscheiden sich doch grundlegend.

Der Taiko Audio Olympus mit dem Modul Olympus I/O klang wie der SACD-Player, nur – besser. Es war genau dieselbe Richtung, derselbe Vektor, in den die Energie der Wiedergabe ging. Zu Beginn erwähnte ich Sinatra im Zusammenhang mit Details, weil diese für mich schockierend glaubwürdig waren. Ähnlich wie bei Coltrane, als Lee Morgan auf der Trompete einsetzt und man kräftige, wirklich kräftige „Pops“ hört, also Übersteuerung der Membran.

Oder wenn Dominic Miller Gitarre spielt, zuerst auf New Dawn mit Neil Stacey und dann solo auf Meeting Point. Das ist Jahre her, aber der Körper erinnert sich – an den Klang der Gitarren dieses Musikers bei einem kleinen Konzert in Bielsko-Biała, bei dem ich mit Tomek, dem Gastgeber der Treffen der Krakauer Sonischen Gesellschaft, in der ersten Reihe saß. Wie gesagt, es geht um einen Eindruck, nicht um reale Erinnerungen. Aber dieser Eindruck, bei einer echten Aufführung dabei zu sein, war intensiv und allumfassend.

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Der niederländische Datei-Transport spielt nämlich auf eine Weise, die einerseits sehr nüchtern und andererseits unglaublich reich ist. Nüchtern, weil er nichts beschönigt, nichts wärmer oder offener macht, nichts vertieft oder anheizt, nichts betont und nichts versteckt. Und reich, weil er so viele Informationen so geordnet liefert, dass wir angenehm, gut und natürlich in die jeweilige Aufnahme „eintauchen“. Es gibt keine „Wand“ zwischen uns und der Aufnahme. Zugleich ist es kein „einfacher“ Klang. Ich habe oft Hörer erlebt, die den Klang des Plattenspielers wählten, obwohl sie zuvor das Masterband gehört hatten, von dem die Platte stammte. Der Olympus liefert einen Klang ähnlich dem Band.

Aber nicht, weil man keine Unterschiede hört. Man hört sie, oh ja! Aber es sind keine ausschließenden Unterschiede. Taiko Audio spielt so, dass es Aufnahmen in unseren Interessenkreis holt, die wir früher nicht einmal mit der Kneifzange angefasst hätten. Oder solche, die eine ganze Epoche prägen, und mit dem Transport aus den Niederlanden lässt sich eine Brücke zwischen fernen Welten schlagen. Bei mir war das zum Beispiel mit der Sammlung The Mills Brothers, Lulu’s Back in Town (Original Recordings 1934-1935), und mit der Platte, die sie 1968 mit Count Basie aufnahmen, The Board of Directors, der Fall.

Der Olympus spielt nämlich außerordentlich hochauflösend. Und trennscharf. Und detailreich. Normalerweise konkurrieren diese drei Elemente um unsere Aufmerksamkeit, und am Ende ist die Auflösung am wichtigsten, weil sie sowohl eine genaue Zeichnung als auch deutliche Details impliziert. Hier war zu hören, dass es doch verschiedene Kategorien sind und jede für einen etwas anderen Ausschnitt der Wirklichkeit zuständig ist. Vielleicht wissen wir deshalb sofort, dass dieses Gerät mit einer ungewöhnlich großen Bandbreite spielt, ohne die Attacke an den Rändern zu glätten, ohne Weichzeichnen und ohne Betonung der Einschwingphase.

Und einen solchen Bass habe ich bei mir noch nie gehört. Vielleicht abgesehen vom bereits erwähnten TechDAS. Mein Ayon geht bei der Wiedergabe von CD und SACD nicht so tief hinab. Und dabei hörte ich ja über seinen D/A-Wandler. Was zeigt, wie viel Potenzial noch in dieser Konstruktion schlummert. Aber hier und jetzt klang der Stream von Tidal besser. Eigentlich sogar besser als dieselben Dateien vom NAS. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass SHM-CDs und Master-CD-Rs ein Stück tiefer in den Klang gehen, dass sie die innere Weichheit von Stimmen, Bass, Gitarren usw. noch besser wiedergeben. Nach einer Weile war ich mir dessen nicht mehr so sicher, auch wenn der Eindruck blieb.

Der Taiko baut auch einen ungewöhnlich weiten Raum auf. Er ist sehr präzise in dem, was er tut; er ist kein „romantisch“ klingendes Gerät. Wenn in You Want It Darker vom gleichnamigen Album von Leonard Cohen seitlich die Chöre einsetzen, sind sie im Raum perfekt zurückgesetzt, aber auch hervorragend mit dem Nachhall verbunden, in dem die übrigen Instrumente existieren.

Die Stimme, aus einer ganz anderen Qualitätskategorie, war hier wunderbar zu hören. Sie war zwar nicht besser als sonst, darum geht es nicht. Die emotionale Ladung, die sie transportierte, „verklebte“ sie jedoch mit der Musik zu einem nahtlosen Ganzen. Es war perfekt. Wenn Cohen sagt „I’m ready, my Lord“ – glauben wir ihm. Das ist nicht einfach ein Liedtext, sondern ein persönliches, aus tiefstem Herzen kommendes Bekenntnis des Künstlers.

Fazit

Auch ich bin bereit, auch wenn sich meine Bereitschaft auf das „Hier und Jetzt“ bezieht. Und ich bin bereit zu sagen, dass der Taiko Audio Olympus in der getesteten Version eines der besten Audioprodukte ist, die ich je gehört habe. So verschieden von anderen hervorragenden Dateiplayern – ich nenne nur den noch präziseren und noch energiegeladeneren Klang des Aavik SD-880 (wenn auch ohne so wunderbare Natürlichkeit) –, dass es schwer ist, ihn pauschal zu empfehlen. Der getestete Transport zeichnet sich dadurch aus, dass er alles, was er tut, perfekt tut und all das miteinander zu verbinden weiß.

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Er spielt mit unglaublich tiefem und kräftigem Bass, hat fast warme, aber in Wahrheit natürliche Mitten und außergewöhnlich hochauflösende, präzise, satte Höhen. Die Dynamik scheint keine Grenzen zu kennen, wobei es hier vor allem um Mikrodynamik geht. Sie erinnert mich an das, was ich von analogen Bändern kenne. Der Raum ist riesig, aber präzise organisiert. Alle Elemente bilden ihn, sogar das Bandrauschen, das in einer anderen (physischen) Ebene als die Aufnahme verortet wird.

Früher hieß es, der Extreme dieser Firma sei „top“, jetzt sage ich, „top“ ist der Olympus. Ich bin daher sicher, dass sich das noch stärker in die Richtung schieben lässt, die ich vom Hören des Air-Force-One-Plattenspielers in Erinnerung habe. Aber das ist Zukunftsmusik. Heute ist der Datei-Transport von Taiko Audio eine der besten digitalen Quellen, die ich kenne. Und eine der besten Audioquellen überhaupt. Die Auszeichnung GOLD FINGERPRINT ist eine kleine Würdigung, die wir dem Konstrukteur und seinem Werk erweisen können.

Der Test entstand nach den Richtlinien der Association of International Audiophile Publications, einer internationalen Vereinigung der Audiopresse, die über ethische und berufliche Standards in unserer Branche wacht; „High Fidelity“ ist Gründungsmitglied.